Certificate of Analysis (CoA) bei Medizinalcannabis: So werden THC-Gehalt, Qualität und Microseeds geprüft


Wusstest du, dass hinter jedem Medizinalcannabis-Produkt aus der Apotheke ein kompletter Laborbericht steckt, den die meisten Patient:innen nie zu Gesicht bekommen? Von THC- und CBD-Gehalt über Reinheit bis hin zu unscheinbaren Details wie Microseeds: Dieses Dokument erzählt die ganze „Geschichte“ des Produkts, lange bevor es in deiner Hand landet.
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  • Inhaltsverzeichnis

  • Was ist eigentlich ein CoA?
    Wie kannst du deine Charge selbst checken?
    Was genau steht im CoA und worauf sollte geachtet werden?
    Was passiert in der Apotheke mit dem CoA?
    Die Bedeutung von Microseeds
    Wie liest man ein CoA (Certificate of Analysis) für Medizinalcannabis?

Was ist eigentlich ein CoA?

Als Certificate of Analysis, kurz CoA, wird im pharmazeutischen Sprachgebrauch das Analyse- oder Prüfzertifikat bezeichnet, also ein Laborbericht zu deiner Cannabisblüte. Dieser Bericht dokumentiert, welche Prüfungen am Produkt durchgeführt wurden und welche Richtwerte gelten.

Ein unabhängiges Labor prüft das Produkt genau und dokumentiert die Ergebnisse. Es gehört zu jeder Charge (z. B. Charge-Nr. 2403A) und zeigt schwarz auf weiß, ob alles sicher und wie deklariert analysiert wurde. Ein CoA ist für die Apotheke besonders wichtig, da so eingeordnet werden kann, ob das Arzneimittel für dich sicher und unbedenklich ist.

Das CoA gibt Transparenz über:
✓ Cannabinoidgehälter (THC, CBD und CBN)
✓ Schadstoffe (Pestizide, Schimmel, Schwermetalle)
✓ Restfeuchte (darf zwischen 8-12% liegen)
Wichtig
  • Tipp: So kannst du deine Charge selbst checken
  • Die Charge-Nr. auf der Packung muss exakt mit dem CoA übereinstimmen! Die CoAs kannst du teilweise online einsehen, da viele Hersteller sie öffentlich zugänglich machen. Auf der Seite: https://copeia.de/cannabisanalyse kannst du deine Charge checken.

Was genau steht im CoA und worauf sollte geachtet werden?

Haken
Wirkstoffgehalt (THC, CBD & Co.)
Angabe von THC, CBD und weiteren Cannabinoiden inklusive „Total THC/CBD“ (z. B. mit THCA), mit üblichen Abweichungen von ca. ±10 %
Haken
Reinheit
Nachweis, dass keine Pestizide, Schwermetalle oder Lösungsmittelrückstände enthalten sind
Haken
Mikrobiologische Qualität
Prüfung auf Keime und Schimmel, wichtig besonders für empfindliche Patient:innen
Haken
Produktqualität
Kontrolle auf Fremdkörper, übermäßige Pflanzenreste sowie unerwünschte Samenanteile
Haken
Feuchtigkeit (LOD)
Optimal ca. 8–12 %, da zu feucht Schimmelrisiko erhöht und zu trocken die Qualität beeinträchtigt
Haken
Freigabe & Dokumentation
Enthält Freigabedatum, Unterschrift der verantwortlichen Person sowie ein Re-Test-Datum zur Gültigkeit der Analyse

Was passiert in der Apotheke mit dem CoA?

Sobald die Apotheke die Charge erhält, ist sie verpflichtet einen Wareneingang durchzuführen. Nach ApBetrO §11 + BfArM wird hierbei geprüft:
✓ Charge, Packung, CoA und Lieferschein müssen 100% übereinstimmen
✓ Optische Prüfung (kein Schimmel, Microseeds <2%, keine reifen und sichtbaren Samen)
✓ Identitätstest (Schnelltest + Geruch/Textur)
✓ Re-Test-Datum
✓ GMP-Zertifikat des Herstellers

Was bedeutet das für dich als Patient:in?

✓ Du kannst dich darauf verlassen, dass jede Charge im Labor geprüft wird und festgelegte Qualitätsstandards erfüllt
✓ Kleine Abweichungen beim THC-Gehalt sind normal und innerhalb der zulässigen Toleranzen
✓ Geringe Mengen an Microseeds können vorkommen und sind gesundheitlich unbedenklich – auffällige Qualität darf jedoch reklamiert werden
✓ Das Produkt wird auf Schadstoffe, Schimmel und problematische Keime kontrolliert, um eine sichere Anwendung zu gewährleisten
✓ Durch die Chargendokumentation bleibt jedes Produkt nachvollziehbar und transparent geprüft

Microseeds in Medizinalcannabis: Bedeutung, Grenzwerte & Qualitätsbewertung

Bei medizinischen Cannabisblüten werden häufig visuelle Qualitätsmerkmale einbezogen. Hierunter fallen neben Trichomköpfen und -farbe auch die sogenannten Microseeds.

Hierbei handelt es sich um kleine, oft noch unreife Samenanlagen bzw. samenähnliche Strukturen an den Blüten. Diese weisen meist auf Stress im Anbau, eine ungleichmäßige Blütenentwicklung oder Auffälligkeiten in Hinsicht auf die Kultivierung hin. Sie können als Warnsignal für eine uneinheitliche Produktqualität gedeutet werden und sollten vermieden werden.

Laut der seit Juli 2024 gültigen Fassung des Ph. Eur 5.1.8. Kategorie B, Monographie 3028 “Cannabis Flower” dürfen maximal 2% Samenanteile und Blätter am Produkt enthalten sein. Reife Samen (maternity seeds) sind hiervon ausgenommen, denn diese dürfen nicht vorhanden sein.

Auch wenn derzeit keine verlässlichen Daten oder Studien vorliegen, wird spekuliert, dass das Rauchen von Microseeds Pflanzenlipide freisetzen und diese toxische Verbindungen (bei Verbrennung) bilden könnten.

Sollten deine Cannabisblüten also viele Microseeds oder reife Samen enthalten, sind sie in der Apotheke reklamationsfähig. In einem solchen Fall wende dich direkt an deine Apotheke und besprich das weitere Vorgehen.

FAQ: Wie liest man ein CoA (Certificate of Analysis) für Medizinalcannabis?

Weil zwei Chargen derselben Sorte unterschiedlich ausfallen können.
Das CoA hilft dir dabei:
  • die tatsächliche Stärke zu verstehen
  • Sorten besser zu vergleichen
  • Qualität und Reinheit zu prüfen
  • mögliche Unterschiede zwischen Chargen zu erkennen

Die Chargennummer identifiziert die genaue Produktionseinheit.
Wenn:
  • Apotheke,
  • Verpackung
  • und CoA
    dieselbe Chargennummer haben, gehört das Zertifikat zu deinem Produkt.

Cannabis enthält in der Blüte meist hauptsächlich THCA, nicht direkt aktives THC.
Erst durch:
  • Verdampfen
  • Rauchen
  • Erhitzen
    wird THCA zu THC umgewandelt.

„Total THC“ berechnet das THC, das nach dem Erhitzen theoretisch verfügbar wird.
Formel: THC + (THCA × 0,877)

Beispiel:
THC: 1 %
THCA: 24 %

→ Total THC ≈ 22 %

Im CoA stehen meist Prozentwerte oder mg/g.
Die höchsten Werte sind typischerweise die dominanten Terpene.

Beispiel:
Myrcen: 0,8 %
Limonen: 0,4 %
Pinene: 0,1 %

→ Myrcen dominiert.

„ND“ bedeutet: Not Detected = nicht nachweisbar

Das heißt:
Der Stoff lag unter der Nachweisgrenze des Labors.

Medizinalcannabis muss auf Rückstände geprüft werden, damit keine gesundheitsschädlichen Stoffe enthalten sind. Im CoA steht meist:

  • „Pass“
  • oder „ND“.

Getestet wird auf:
  • Schimmel
  • Hefen
  • Bakterien
  • Salmonellen
  • E. coli

Das ist besonders wichtig für:
  • immungeschwächte Patienten
  • Inhalation/Vaporizer-Nutzung

„Pass“ bedeutet: Die gemessenen Werte liegen innerhalb der erlaubten Grenzwerte.

Cannabis kann Stoffe aus dem Boden aufnehmen. Deshalb prüft man u. a. auf Blei, Cadmium, Arsen sowie Quecksilber.

Nein.
Cannabis ist ein Naturprodukt. Leichte Schwankungen zwischen Chargen sind normal.

Nicht unbedingt.
Oft steckt der größte Teil als THCA in der Blüte.
Darum immer:
THCA, THC oder „Total THC“
gemeinsam betrachten.

Ja. Auch bei gleichem THC-Wert können Unterschiede entstehen durch Terpene, Frische, Feuchtigkeit, individuelle Reaktion sowie Charge.

Für die Wirkung: Total THC, CBD sowie dominante Terpene
Für die Qualität: Pestizide, Mikrobiologie, Schwermetalle, sowie Feuchtigkeit Für Vergleichbarkeit: Chargennummer und Testdatum

Du hast noch Fragen? Kein Problem! Dann schick uns einfach eine E-Mail an info@flowzz.eu.
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